Analyse: Warum Apple den Bildungsmarkt will
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Analyse: Warum Apple den Bildungsmarkt will

Am 19. Januar ist es soweit, denn da findet die nächste Apple Konferenz statt. Überraschenderweise geht es diesmal weder um neue Hardware, noch um neue Software: Die Bildung steht vollständig im Vordergrund. In dieser Analyse erfahrt Ihr, warum Apple ausgerechnet den Bildungsmarkt will und welche Produkte vorgestellt werden! 

iTunes U als frühes Pilotprojekt

Blicken wir erst einmal zurück. Das Unternehmen begriff früh, wie wichtig der Bildungsmarkt ist. Bereits im Mai 2007 stellte man den Dienst iTunes U der Öffentlichkeit vor, bei dem Universitäten und Bildungseinrichtungen Vorlesungen, Interviews und Führungen hochladen und damit ihren Studenten aber auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen können.
Mittlerweile sind viele bekannte Hochschulen wie zum Beispiel die Oxford Universität dabei und so wurden bereits insgesamt über 70.000 Videos hochgeladen.

Ein weiteres Beispiel für Apples Verbundenheit mit Studenten und Schülern sind neben der jährlichen Back-To-School Aktion, wo es einen gratis iPod beim Kauf eines neuen Mac gibt, auch die Education-Online-Stores. In diesen können Schüler, Lehrer und Studenten ausgewählter Hochschulen Apple Produkte seit längerem deutlich günstiger einkaufen.

Warum investiert Apple nun in den Bildungsmarkt?

Dafür gibt es meiner Meinung nach zwei Gründe.
1. Der Bildungsmarkt wächst sehr stark, dennoch ausgesprochen stabil. Wenn man den technischen Fortschritt an deutschen Gymnasien beobachtet, so wird man feststellen, dass diese zunehmend mit so genannten Smartboards und anderen modernen Lehrmitteln wie Notebooks ausgestattet werden. Selbst im hochverschuldeten Berlin trifft man die interaktiven Tafeln immer häufiger an.
Letztendlich ist für Bildung immer genug Geld da, vor allem weil sich auch Lehrmethoden an den aktuellen technischen Entwicklungsstand anpassen (müssen), um weiterhin eine gute Ausbildung zu gewährleisten. Das Wachstum bleibt also immer stabil.

2. Die Schüler und Studenten von heute sind die Kunden von morgen. Benutzt ein Schüler oder Student ein System, ist es wahrscheinlich, dass er es auch als Erwachsener später benutzen wird. Apple denkt in dem Fall also auch an die zukünftige Umsatzquelle.

Was erwartet uns?

Das Tablet ist das Buch der Zukunft. Ein Tablet bietet einfach mehr Funktionalität als ein eBook Reader, weshalb es die vorherrschende Rolle im Bildungsbereich übernehmen wird. Apple hat derzeit das erfolgreichste Tablet auf dem Markt und möchte die bereits sinkenden Marktanteile keinesfalls verschenken. Auch der Distributionskanal für Content ist mit iTunes und dem AppStore mit Abstand der beste, was auch für Lehrbücher zugute kommt.

Lehrbücher auf dem iPad sind also der nächste Schritt, kein Wunder also, dass das Wall Street Journal von einer Zusammenarbeit Apples mit diversen großen amerikanischen Lehrbuchverlagshäusern berichtet. Arstechnica (einer der besten Quality-Blogs) schreibt, dass Apple zusätzlich die Erstellung von eBooks vereinfachen möchte, es ist von einer Art GarageBand für eBooks die Rede. Auch Apples Unterstützung des ePub 3-Standards soll dies vereinfachen.

Fazit

Wir sehen also, dass rein wirtschaftlich ein enormes Potential im Bildungsmarkt steckt, das bisher nur Apple entdeckt zu haben scheint. Tablets werden über kurz oder lang das gute, alte Buch ersetzen und Apple will in diesem Marktsegment auf jeden Fall die Vorreiterrolle übernehmen. Bleibt es bei Lehrbüchern oder folgt noch mehr? Wir sind gespannt und in jedem Fall werden weltweit Apple-Jünger am 19. Januar in Jubel ausbrechen.

0 4 18950 17 Januar, 2012 Apple, Featured, Gerüchte Januar 17, 2012

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Hi, ich bin Daniil und ich betreibe TBLT.de. Es ist meine Leidenschaft über Technik zu bloggen und mit euch darüber zu diskutieren! +

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2 Pingbacks/Trackbacks

  • Betamax

    „Wir sehen also, dass rein wirtschaftlich ein enormes Potential im
    Bildungsmarkt steckt, das bisher nur Apple entdeckt zu haben scheint.“

    Naja, es werden auch schon andere Unternehmen entsprechende Überlegungen gemacht haben. Aber Apple hat die Mittel und die besten Chancen, so eine Sache zum Erfolg zu bringen.

    • Daniil Matzkuhn

      Außer den Archos Tablets in ein paar Fahrschulen ist mir sonst nichts wirklich ernstes bekannt.
      Apple scheint einfach die Vorreiterrolle wie so oft zu spielen.

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