LG G Flex im Test – das erste flexible Smartphone
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LG G Flex im Test – das erste flexible Smartphone

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  • Design & Verarbeitung
  • Hardware
  • Software
  • Akkulaufzeit
  • Preis
  • Das LG G Flex ist eine Technologiedemonstration, die sich jeder kaufen kann; ein Meilenstein in der Smartphonegeschichte, der einen Blick in die Zukunft gewährt und nicht zuletzt ein Conversation Starter.

Das LG G Flex ist das erste flexible Smartphone auf dem deutschen Markt, das zudem auch noch gebogen ist. Zwei Monate hatte ich das LG G Flex nun im Einsatz und in diesem Testbericht erfahrt ihr, wie sich das LG G Flex im Alltag schlägt und ob es sich lohnt dieses Smartphone zu kaufen.

Design & Verarbeitung

Das Design des LG G Flex ist vor allem durch die Biegung und die Flexibilität definiert. Vorne besteht das LG G Flex aus einer Plastikscheibe, die gefühlt kratzfester als Gorilla Glas ist; zumindest habe ich nach zwei Monaten noch keinen einzigen Kratzer auf dem Display. Wie schon beim LG G2 sind die Rahmen rund um das Display sehr schmal gehalten. Auch hinten besteht das Gerät aus Kunststoff, einer sogenannten Wolverine-Oberfläche, die kleine Kratzer wieder verschwinden lässt. Nicht all zu tiefe Kratzer mit dem Schlüssel oder Kleingeld gehen in der Tat nach wenigen Minuten weg. Auf der Rückseite befindet sich auch der Rear-Key, also die Lautstärketasten sowie der Powerbutton. Vor allem bei so einem großen Smartphone ist der Rear-Key sehr praktisch, weil man mit dem Zeigefinger sehr gut an die Tasten herankommt. Außerdem ist der Powerbutton beleuchtet und zeigt Benachrichtigungen mit einer LED an.

Das LG G Flex kann man durch die flexiblen Komponenten flachbiegen, im Normalzustand ist es leicht gebogen. Das bringt zum Beispiel Vorteile beim Videoschauen. Mehr zu meinen Erfahrungen mit der gebogenen Form und der Flexibilität findet ihr in meinem Artikel.

Insgesamt tragen die gebogene Form und der Rear Key dazu bei, dass das LG G Flex trotz der massiven Größe noch angenehm in der Hand liegt.

Display

Das Display des LG G Flex misst 6 Zoll in der Diagonale und besitzt eine Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Damit ist es deutlich niedriger aufgelöst als vergleichbare Smartphones mit FullHD Display, was man aber erst auf den zweiten Blick erkennt. Sieht man aber genauer hin, erkennt man vor allem bei Schriften Pixel. Die Farben sind kräftig, die Blickwinkel sehr weit, sodass auch mehrere Personen gleichzeitig auf Fotos oder Videos bequem betrachten können. Die Helligkeit kommt allerdings an die anderer Smartphones nicht heran. Vor allem in der Sonne ist das Display des LG G Flex eher schwierig abzulesen.

Außerdem hatte ich zwei Geräte, die ein starkes Ghosting aufwiesen, das bedeutet, dass obwohl Inhalte schon ausgeblendet waren, diese noch ganz leicht wie eingebrannt für wenige Sekunden weiterhin auf dem Display erschienen. Beim Kauf solltet ihr also darauf achten.

Hardware

Das LG G Flex ist schnell, das liegt an dem aktuellen Qualcomm Snapdragon 800 Prozessor und 2GB RAM. Trotzdem braucht es manchmal eine Gedenksekunde, um nach dem Schließen einer App den Homescreen komplett anzuzeigen. Für Spiele ist das G Flex durch das große, gebogene Display und den schnellen Prozessor gut geeignet. Von den eingebauten 32GB Speicher stehen dem Nutzer etwa 24GB zur Verfügung; eine Erweiterung über microSD Karten ist nicht möglich, allerdings kann man auf USB Sticks über einen USB-OTG Adapter zugreifen.

Die Kamera im LG G Flex besitzt eine Auflösung von 13 Megapixeln und ist direkt über dem Rear Key angebracht. LG hat den beleuchteten Rear Key dafür genutzt, um Selfies einfacher schießen zu können. Stellt man den Autofokus auf Gesichtserkennung um, kann man durch die hintere LED sehen, ob das eigene Gesicht mittig platziert ist, dann leuchtet sie nämlich grün. Das Feature funktioniert tatsächlich und macht bei mehreren Personen besonders Spaß. Den unteren Rear Key kann man aber auch nutzen, um damit ein Foto auszulösen, praktisch. Insgesamt macht die Kamera am Tag gute Bilder, die durch natürliche Farben, eine gute Schärfe und viele Details glänzen. Der sonst schnelle Autofokus wird mit abnehmendem Licht allerdings immer langsamer, sodass er in dunklen Bars durchaus ein Paar Sekunden benötigt, um das Bild scharf zu stellen. Auch fehlt die optische Bildstabilisierung des LG G2 bei Nachtaufnahmen, aber auch bei Videos ein bisschen. Apropos Videos, das LG G Flex nimmt Videos mit bis zu 4K auf, man ist also gut für die nächste Generation an Fernesehern gerüstet. Ich persönlich habe immer in 1080p mit 60 Bildern die Sekunde aufgenommen, sodass ich später daraus noch Slow Motion Sequenzen schneiden konnte.

Software

Auf dem LG G Flex ist Android 4.2.2 vorinstalliert, ein Update auf Android 4.4.2 KitKat soll in der ersten Jahreshälfte erscheinen. LG bringt neben den vom LG G2 bekannten Features einige neue dazu. Einige davon machen Sinn, andere weniger.

Neben der Kamera ist eine Infrarot-LED eingebaut, die man dafür nutzen kann, um den Fernseher zu steuern. Dies kann man über die App oder über ein Widget im Benachrichtigungsmenü machen. Vor allem letzteres habe ich gerne  ab und zu genutzt. Um das große Display besser ausnutzen zu können, kann man mehrere Apps gleichzeitig darstellen. Die erste Möglichkeit dafür ist Q Slide, mit der es möglich ist zwei kleine „Widgets“ nebeneinander auszuführen,  also keine vollständigen Apps. Man kann damit also zum Beispiel gleichzeitig den Kalender und das eMail Programm oder ein Video anzeigen lassen und diese Fenster verschieben und in der Größe verändern. Eine andere Möglichkeit bietet Dual Window, womit zwei vollwertige Apps über oder nebeneinander laufen können. Diese teilen sich dann den kompletten Bildschirm und man kann die Grenze verschieben. Beide Funktionen habe ich nur zum Test benutzt, sie funktionieren, aber ich sehe keine Verwendung für mich.

Des weiteren gibt es einen Kinomodus, wenn man im Sperrbildschirm die Finger spreizt. Damit hat man einen schnellen Zugriff auf Fotos, Videos und Youtube. Wer’s braucht.

Falls das Software-Kapitel bisher eher gelangweilt klingt, schaut mal im Test des LG G2 vorbei. Alle Features des LG G2 sind nämlich auch im G Flex vorzufinden und dazu gehören auch die vielen großartigen Einstellungs- und Personalisierungsmöglichkeiten sowie das großartige Doppeltippen zum Aufwachen (Knock On), das ich nicht mehr missen möchte.

Akkulaufzeit

Der Akku des LG G Flex fasst ganze 3.500mAh. Bei einer gewöhnlichen Nutzung mit ca. 1h Musik, 20min YouTube-Videos, einer Stunde Surfen und diversen eMail und Social Media Konten konnte ich zwei Tage Laufzeit erreichen. Bei geringerer Nutzung sind auch sicher drei Tage möglich – eine hervorragende Laufzeit. Man sieht also, dass ein flexibler und gebogener Akku keinerlei Auswirkungen auf die Kapazität hat.

LG G Flex Unboxing

Fazit

Ich habe das LG G Flex gerne genutzt. Es ist ein gutes Smartphone mit einer guten Kamera, einer für diese Größe handlichen Form und diversen nützlichen Features wie dem Knock-On. Leider bleibt das Display im Vergleich zu anderen, flachen Smartphones auf der Strecke, das ist der größte Nachteil des LG G Flex. Wen das nicht stört, dem kann ich das LG G Flex empfehlen.

Doch das LG G Flex ist mehr als nur ein gutes Smartphone. Es ist eine Technologiedemonstration, die sich jeder kaufen kann; ein Meilenstein in der Smartphonegeschichte, der einen Blick in die Zukunft gewährt und nicht zuletzt ein Conversation Starter. Jeder möchte mal anfassen und durchbiegen und das kann ich jedem nur empfehlen. Schaut es euch an, es ist ein komplett neuartiges Erlebnis!

0 1 438870 18 April, 2014 Allgemein, LG, Reviews April 18, 2014

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