Withings Pulse O2 im Test – universeller Tracker zur Erfassung aller Aktivitätsdaten
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Withings Pulse O2 im Test – universeller Tracker zur Erfassung aller Aktivitätsdaten

Seit einigen Wochen habe ich nun einen weiteren Fitnesstracker aus dem Hause Withings, dem Pulse O2, einen Test unterzogen. Wie sich das Gerät im Alltag und vor allem beim Sport schlägt erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Withings setzt bei dem Pulse O2 und der dazugehörigen App vollkommen auf das Thema Daten- und Aktivitätserfassung. Neben der Schrittzahl, der überwundenen Höhenmeter, der zurückgelegten Distanz und der verbrannten Kalorien, kann man mit dem Pulse O2 ebenso die aktuelle Herzfrequenz, den Sauerstoffsättigungsgrad und den Schlaf erfassen, womit dieses Gerät eine dauerhafte Überwachung und Erfassung aller Bewegungen ermöglicht. Zusätzlich besteht die Möglichkeit für die Einbindung von Bluetooth bzw. Wi-Fi Waagen innerhalb der App, um die Datenerfassung zu komplettieren. Insgesamt stellt Withings dem fitnessaffinen Nutzer hiermit ein durchaus gelungenes und umfangreiches Gesamtpaket für die Datenerfassung bereit.

Vielseitige Tragbarkeit

Der Tracker kann in zwei Farben, schwarz und blau, erworben werden. Das eigentliche Gerät ist in beiden Fällen schwarz, jedoch ist das beiliegende Zubehör jeweils farblich angepasst. In der Verpackung befindet sich nehmen dem Pulse O2 ein Armband und ein Clip, in den der Tracker jeweils befestigt werden kann. Somit lässt sich das Ganze auf sehr vielseitige Weise tragen, ob am Handgelenk als Uhrenersatz, mit dem Clip an der Kleidung befestigt oder in der Tasche, ist der Pulse O2 ein ständiger Begleiter und kann somit bei Bedarf auch sehr unauffällig getragen werden. Das mitgelieferte Armband kommt in einem leicht gummierten Material daher, welches nicht jedem gefallen wird, jedoch lässt sich dies ohne Probleme durch ein standardmäßiges Uhrenarmband ersetzen. Diese Eigenschaft kann sehr von Vorteil sein, da man so das ganze zusätzlich an seinen Look anpassen kann, womit es auch in der Freizeit zu einem angenehmen Begleiter für alle wird. In meinem Testzeitraum habe ich es zumeist als Ersatz für meine Uhr mit dem mitgelieferten Armband getragen. Dies erwies sich als sehr angenehm, denn einerseits fällt das Gewicht des Pulse O2 mit 8g sehr niedrig aus, andererseits kann man hier nach Belieben die Größe des Bandes für den Sport und für die Freizeit anpassen.

Technisch vollgepackt mit einigen Schwächen

Technisch Ausgestattet wurde das Gerät von Withings mit einem OLED-Touchdisplay mit einer Auflösung von 128 x 32 Pixeln, welches auf mich einen eher rudimentären Eindruck macht. Bei der Anzeige hat man gewissermaßen immer das Gefühl, dass sich eine Art Milchglas vor dem Display befindet. Die Qualität des Screens ist somit insgesamt als eher schlecht einzuschätzen, unter anderem auch deshalb, weil das Ablesen der Informationen unter Sonnenlicht nicht möglich ist und sich zusätzlich die Displayhelligkeit nicht verstellen lässt. Des Weiteren fungiert der Bildschirm als Touchscreen zum durchstöbern der Aktivitäten der letzten Tage. Toucheingaben werden beim Pulse O2 relativ selten verwendet, wenn es jedoch einmal dazu kommt, so reagiert dieser recht langsam, woran man sich zunächst gewöhnen muss, es ist jedoch auch nicht so, dass der Touchscreen nicht verwendbar ist.

An der Oberseite des Gerätes befindet sich ein kleiner Knopf mit dem man sich durch die einzelnen Daten, die am Tag bisher erfasst wurden, schalten kann (Uhrzeit à Schrittzahl à Höhenmeter à zurückgelegte Strecke à verbrannte Kalorien à Schlafüberwachung/Pulsmessung à Uhrzeit). Durchaus praktisch ist, dass sich an der Unterseite des Activitytrackers ein herkömmlicher Micro-USB Anschluss befindet, wodurch kein proprietäres Kabel benötigt wird, um das Ganze, falls der Akku doch mal schlapp macht, zu laden. Zu guter Letzt befindet sich auf er Rückseite des Gerätes der Sensor zur Messung der Herzfrequenz und des Sauerstoffsättigungsgrads.

Das allergrößte Problem, das ich bei der Hardware sehe ist jedoch der offen liegende Micro-USB Anschluss. Beim Sport hatte ich bei schweißtreibenden Aktivitäten immer ein wenig Angst das Gerät zu beschädigen, falls doch mal ein wenig Flüssigkeit in diesen offen liegenden Anschluss gelangt. Unter diesen Umständen sollte man lieber nicht vergessen das Gerät vorm Duschen abzulegen. Ich halte diese Eigenschaft für einen absoluten Nachteil gegenüber Konkurrenzprodukten. Withings hätte hier zumindest für einen einfachen Spritzwasserschutz sorgen können und sollte dieses Problem bei der nächsten Generation unbedingt ausbessern.

Datenerfassung insgesamt akzeptabel

Der Schrittzähler ist durchaus akkurat, lediglich nach längeren Ruhepausen scheint das Gerät in den ersten Sekunden keine Bewegungen zu erfassen. Die Messung der Höhenmeter kann man als schlecht zusammenfassen. Ich bin hierzu als kleinen Test einige Minuten die Treppen in unserem Haus auf und ab gegangen, jedoch veränderte sich die Anzeige bei unserem Testgerät nicht und blieb bei 5m stehen. Inwieweit die Daten für zurückgelegte Distanzen und Kalorienverbrauch stimmen ist fraglich und sicherlich auch abhängig von der jeweiligen Person und sollte demnach nur als grober Richtwert gesehen werden. Diese Angaben scheinen jedoch nicht zu ungenau zu sein.

Will man die Herzfrequenz und den Sauerstoffsättigungsgrads messen, muss man das Gerät immer aus seiner Halterung nehmen, was nicht sehr praktikabel erscheint. Die Messung dieser Daten ist jedoch nicht dauerhaft, sondern nur punktuell möglich und vergleichbar mit den Messgeräten, die Samsung in seine Geräte verbaut. Für Sportler, die Ihre Herzfrequenz dauerhaft überwachen wollen, ist dies demnach nicht sinnvoll, für gelegentliche Überprüfungen ist es jedoch durchaus geeignet. Die Genauigkeit der Herzfrequenzdaten war im Testzeitraum durchweg gut und ergab ähnliche Werte, wie ein weiteres Messgerät.

Die Schlafdaten können ebenso aufgezeichnet werden und werden innerhalb der App sehr übersichtlich dargestellt. Leider hat das Pulse O2 bei der Überwachung der Schlafphasen ebenso falsche Daten erfasst und in der Übersicht angezeigt, dass ich zu bestimmten Zeiten bereits schlafe, obwohl ich hier noch wach war. Das ist sehr schade und zeigt insgesamt die Ungenauigkeit auf, mit denen diese Geräte noch zu kämpfen haben.

Durch und durch gelungene App

Bei der App, die für iOS und Android verfügbar ist, zeigt Withings seine Stärken und versucht den Nutzer über verschiedene Wege zu motivieren. Die App orientiert sich hier an anderen Social Networks und fasst sämtliche Daten in einer Timeline zusammen. So können die Daten der letzten Tage bzw. Wochen schnell überblickt werden. Des Weiteren erhält man im Dashboard eine Übersicht über die 4 Gesundheitsbereiche Schlaf, Herzfrequenz, Aktivität und Gewicht und kann diese jeweils Tageweise überblicken und durchscrollen. Die App stellt somit eine Zentrale für die Überwachung sämtlicher Aktivitäten und Körperdaten dar, die unter anderem weiter verknüpft uns erweitert werden kann mit Applikationen wie BodyMedia, RunKeeper oder MapFitnessPal, wodurch ebenso bereits erfasste Daten innerhalb dieser Apps nicht verloren gehen.

Withings versucht hier über Erfolge und so genannte Badges den Nutzer dazu zu ermutigen sich mehr zu bewegen. Ebenso kann man sich mit Freunden einen kleinen Wettstreit leisten, sofern diese auch ein Gerät von Withings besitzen und so in der App überblicken, wer gerade welchen Platz in der Rangliste einnimmt.

Die App erscheint insgesamt sehr gelungen und kommt meiner Meinung nach in einem sehr ansprechenden Design daher. Auch während meiner Laufzeit sind immer wieder Updates für die App oder auch das Pulse O2 aufgetaucht, was ebenso für das Gerät spricht. Zu wünschen wäre softwareseitig, das Setzen von individuellen Zielen oder aber auch das manuelle Eintragen weiterer Aktivitäten innerhalb der App, welche nicht erfasst werden konnten. Dies ist bisher jedoch weiterhin nicht möglich.

Starke Akkulaufzeit

Der Akku erweist sich als durchaus positives Merkmal und hält für bis zu zwei Wochen. Auch wenn dem Pulse O2 einmal die Puste ausgeht, geht die Datenerfassung im Energiesparmodus für 24 Stunden weiter. Die Ladegeschwindigkeit ist ebenso als sehr gut zu bewerten, denn schon nach weniger als einer halben Stunde ist das Gerät wieder voll einsatzbereit. Dies wird unter anderem dadurch erreicht, dass der Tracker nicht dauerhaft mit dem Smartphone verbunden ist und nur gelegentlich mit der App die Daten über Bluetooth 4.0 synchronisiert. Möglich wird dies durch den eingebauten Speicher, der Daten von bis zu 2 Wochen speichert.

Fitnesstracker mit vielen Verbesserungsmöglichkeiten

Zusammenfassend muss man sagen, dass das Pulse O2 ein sehr vielseitiges Produkt ist, das durch eine einfache, aber schön anzusehende App besticht, jedoch an vielen Ecken und Enden verbesserungswürdig ist. Withings macht es richtig und versucht hier ein gutes Gesamtpaket für die Erfassung aller Daten zu schnüren, was durchaus auch gelingt, jedoch schätze ich die Genauigkeit für solch einen Fitnesstracker weiterhin als für zu gering ein. Vor allem, da dies der Einzige Verwendungszweck eines solchen Gerätes ist, denke ich, dass die Genauigkeit der Datenerfassung einfach weiter steigen muss, denn für Vollblutsportler sind solche Devices weiterhin nicht mehr als ein schönes Gimmick. Für Gelegenheitssportler ist es durchaus ein zufriedenstellendes Gerät das ebenso von der Preis-Leistung keinen schlechten Eindruck hinterlässt. Zusätzlich besteht die Hoffnung, dass die Software durch die konstanten Updates und Verbesserungen weiter optimiert wird, um so ein besseres Erlebnis zu schaffen.

0 0 139780 04 September, 2014 AppReview, Reviews, Zubehör September 4, 2014

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Hi ich bin Marvin und ein technikbegeisterter Student, der seit dem Google G1 sich nicht mehr von dem Thema Smartphones und Tablets lösen kann.

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