Dell Venue 7 Test – günstiges Tablet mit viel Potential
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Dell Venue 7 Test – günstiges Tablet mit viel Potential

Gesamtpunktzahl4
  • Design und Verarbeitung
  • Hardware und Display
  • Software
  • Akkulaufzeit
  • Preis
  • Das Dell Venue 7 sticht mit seiner UVP von nur 139 € stark aus der Masse heraus und besitzt zusammenfassend ein wirklich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Preise von Tablets sinken in den letzten Jahren immer stärker. Mittlerweile sind wir bei einem Preis von unter 150 € bei einigen Tablets angekommen und viele fragen sich, ob ein solches Tablet überhaupt etwas taugt. Ist günstig immer noch mit schlecht gleichzusetzen oder hat sich dieser Trend im Bereich der Technik umgekehrt? Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Test.

Das größte Argument, mit dem Dell die Nutzer vom Venue 7 überzeugen will, ist wohl der Preis. Dieser fällt mit einer UVP von nur 139 € unglaublich gering aus und liegt damit fast 100 € unterhalb des Preises vom aktuellsten Nexus 7 von Google, welches in der Vergangenheit immer für ein unschlagbares Preis-Leistung-Verhältnis bekannt war. Dell scheint sich an diesem Modell orientiert zu haben und möchte den Tablet Markt mit seinem neuen Venue 7 angreifen und von unten aufrollen.

Ansprechendes Hardware-Gesamtpaket

Im Inneren des Dell Tablets werkelt der Intel Atom Z3460 Dual-Core Prozessor. Dieser taktet mit 1,6 GHz und wird von einem GB RAM  unterstützt. Der Speicher beläuft sich intern auf 16 GB, welcher zusätzlich durch microSD-Karten mit bis zu 64 GB erweitert werden kann und für das Installieren von Apps werden knapp 8,6 GB bereitgestellt. Das Tablet sollte so genügend Kapazität für sämtliche Daten bereithalten. Natürlich fehlen auch Bluetooth 4.0 und WLAN (802.11 ac) nicht, ebenso gibt es optional eine LTE-Variante, die mit 60 € Aufpreis zu Buche schlägt. Auf der Rückseite besitzt das Venue 7 eine 5 MP Kamera ohne LED und auf der Front eine 1 MP Kamera für Video-Telefonate oder die gelegentlichen Selfies. Wie der Name des Tablets es schon verrät, befindet sich auf der Front ein 7 Zoll Display mit einer Auflösung von 1280 x 800 Pixel. Für den Preis von 139 € bekommt man somit hardwaretechnisch einiges geboten.

Haptik und Verarbeitung

Auf der Rückseite hat Dell auf ein Glossy-Design, das man leider heutzutage allzu häufig bei verschiedensten Geräten vorfindet, verzichtet. Stattdessen setzt Dell hier auf zentrierte Kreise um das mittig eingelassene Dell Logo. Durch diese Designwahl haben Fingerabrücke keine Chance und dank der geriffelten Rückseite liegt das Tablet auch nach längerer Benutzung außerordentlich gut in der Hand. Die Rückseite ist sehr griffig, so dass hier keine Gefahr besteht, dass einem das Tablet aus der Hand rutscht. Zusätzlich sitzen die Tasten für Lautstärke und Power fest und gut fühlbar im Gehäuse und besitzen einen guten Druckpunkt. Der Übergang vom Display zur Rückseite das Tablets hätte etwas geschmeidiger ausfallen können, denn dieser wirkt leider recht scharfkantig, schützt das Display jedoch zusätzlich vor Stürzen. Das Tablet besitzt eine Dicke von knapp unter 9mm und fällt mit einem Gewicht von 290g angenehm leicht aus. Die allgemeine Haptik ist demnach sehr zufriedenstellend. Vor allem die Rückseite des Tablets gefiel uns im Test sehr gut und für 139 € gibt es hier absolut keine Kritikpunkte.

Gutes Display

Bei dem geringen Preis mussten natürlich Abstriche gemacht werden und so kommt beim Dell Venue 7, wie der Name es schon verrät, ein 7 Zoll Display mit einer Auflösung von 1280 x 800 Pixeln zum Einsatz. Somit kommt das Tablet auf eine Pixeldichte von 216 ppi und besitzt ein Seitenverhältnis von 16:10. Bei dieser Auflösung werden die meisten Inhalte ausreichend scharf angezeigt, geht man bei Texten jedoch nah an das Display heran, so kann man eineTreppenbildung beobachten. Für die allgemeine Benutzung ist diese Pixeldichte jedoch vollkommen ausreichend. Das IPS-Display ist leuchtstark, die Farbwiedergabe gut und die Blickwinkel sind sehr stabil. Bei direkter Sonneneinstrahlung bekommt jedoch auch dieses Display, aufgrund nicht ausreichender Helligkeit und einer spiegelnden Anzeige, seine Probleme. Der Helligkeitssensor reagierte im Test zudem stets schnell und war sehr gut kalibriert.

Kamera nur für gelegentliche Schnappschüsse geeignet

Von den Kameras sollte man grundsätzlich nicht zu viel erwarten. Mit 5 Megapixel und Autofokus reicht die rückseitige Kamera jedoch vollkommen für gelegentliche Schnappschüsse oder zum abzufotografieren von Dokumenten oder Visitenkarten aus. Mehr Anwendungsbereiche existieren bei einer Tablet-Kamera im Regelfall sowieso nicht und für eine intensivere Nutzung ist diese auch nicht brauchbar, was bei diesem Preis auch vollkommen verständlich ist. In gutem Licht sind die Bilder ausreichend scharf, bei schlechter werdenden Lichtverhältnissen nimmt die Qualität der Bilder, die eine maximale Auflösung von 2.560 x 1.920 mit einem 4:3 Format besitzen,  rapide ab. Videos können in Full-HD (1920 x 1080 Pixeln) aufgenommen werden, weisen jedoch durchweg eine sehr schwache Farbwiedergabe auf und wirken sehr unnatürlich, der Weißabgleich und die Helligkeitsanpassung reagiert jedoch sehr schnell.

Bei der Frontkamera macht man eine ähnliche Erfahrung, denn diese fällt mit einem Megapixel und einer maximalen Auflösung von 1280 x 720 Pixeln sehr rudimentär aus und ist lediglich für Videotelefonate zu empfehlen. Die Bilder dieser fallen sehr verschwommen und verpixelt aus, weswegen ihr dieses Tablet eher nicht für eure täglichen Selfies verwenden solltet.

Pures Android mit wenigen Zusatzapps

Wer nach einem Tablet mit unangepasstem Android Betriebssystem sucht, der ist bei dem Dell Venue 7 genau richtig. Dell orientiert sich hier sehr stark Nexus Line-Up und spendiert seinem Tablet eine unangepasste Version von Android 4.4.4. Durch diese Oberfläche wird es für Dell möglich sein das Venue 7, ohne große Verzögerungen, mit neuen Android Betriebssystemversionen zu versorgen. Überraschenderweise wurde mir bereits bestätigt, dass ein Update auf Android Lollipop geplant ist. Ebenso sind wenige vorinstallierte Zusatzapps vorzufinden. Neben den üblichen Google Apps sind lediglich Dell Cast, ein Diagnosetool, Maxx Audio, PocketCloud, Skitch, Evernote, POLARIS Office 5 und Dropbox mit zusätzlich 25 GB freiem Speicher für zwei Jahre vorinstalliert.

Dell Cast ermöglicht die Verbindung zu einem Dell Cast Adapter, um so den Bildschirminhalt auf einen separaten Bildschirm übertragen zu können. Dieser muss jedoch zusätzlich erworben werden und ist nicht Teil des Lieferumfangs. Das Diagnosetool ist lediglich dazu da, um zu überprüfen, ob das Tablet und seine Bestandteile ordnungsgemäß funktionieren. Die restlichen Apps sollten bekannt sein und sind im Play Store erhältlich und auf Maxx Audio gehe ich später im Test noch einmal genauer ein.

Insgesamt sind dies nicht nur wenige Apps, denn zusätzlich sind diese nicht nutzlos und verschwenden somit nicht unnötig Speicherplatz auf dem Tablet. Wenige Anpassungen und zeitnahe Updates der Android Software sind genau das, wonach viele Nutzer suchen und wir finden, dass Dell hier genau den richtigen Weg im Bereich Software eingeschlagen hat.

Dell Venue 7 8B Netbook rot

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Performance mit Steigerungspotential

Das Venue 7 kommt mit dem Intel Atom Z3460 Prozessor daher, der auf der aktuellen Merrifield Technologie basiert und ausreichend Leistung bereitstellt. Dieser besitzt zwar „nur“ 2 Kerne, unterstützt jedoch zusätzlich Hyperthreading, wodurch der Prozessor virtuell wie ein Quad-Core Prozessor arbeitet. Ebenso besitzt der Prozessor bereits eine 64 Bit Unterstützung, welches ab dem kommenden Android Lollipop Update vollständig unterstützt wird. Die Grafikkarte stellt die Imagination PowerVR G6400 dar, welche eine sehr hohe Grafikleistung für alle denkbaren Anwendungen bietet. Die gesamte Oberfläche läuft flüssig und reagiert schnell, nutzt man jedoch sehr viele Anwendungen gleichzeitig, bringt man das Tablet an seine Grenzen. Der Flaschenhals scheint hierbei der Arbeitsspeicher zu sein, der nicht schnell genug freigeräumt wird, was sich jedoch sicherlich durch ein Update optimieren lässt. Mit 1 GB fällt der Arbeitsspeicher nämlich ausreichend groß aus und sollte für alle Belange reichen. Bei Spielen hingegen zeigt das Tablet seine ganze Power. Games, wie beispielsweise Asphalt 8 oder Dead Trigger 2 liefen ohne Ruckler und Probleme. Beim Surfen im Web gab es ebenso keine Probleme, öffnet man jedoch sehr viele Tabs gleichzeitig, so zwingt man das Venue 7 in die Knie.

Schwacher Sound

Der eingebaute Mono-Lautsprecher fällt, wie die Kameras, nicht sehr hochwertig aus. Dieser klingt eher blechern, hat keinen Bass, reicht aber aus, um gelegentlich den Sound seiner Apps und Spiele wiederzugeben. Die Platzierung des Lautsprechers an der Unterseite des Venue 7 ist ebenso ein wenig misslungen. Hält man das Tablet im Querformat kommt es schnell zu einem Verdecken des Lautsprechers. Zusätzlich hat Dell auf seinem Tablet die Waves Maxx Audio App installiert. Hier kann vom Nutzer bestimmt werden, ob er den Lautsprecher für die Musik-, Film-, Spiele- oder Sprachwiedergabe optimieren möchte. Die App verbessert zwar die Laustärke etwas, den Klang jedoch nicht. Diese App taucht zudem leider dauerhaft in der Notification Leiste auf, was einerseits einen schnellen Zugriff ermöglicht, andererseits jedoch einige Nutzer stören könnte. Diese Funktion kann zwar über die Einstellungen des Android Betriebssystem ausgestellt werden, dieser Menüpunkt sollte jedoch für die meisten Nutzer unbekannt sein und leider wurde hier keine Funktion innerhalb der App zur einfachen Ausblendung eingebaut.

Akkulaufzeit

Das Venue 7 besitzt einen fest eingebauten Akku mit einer Kapazität von 4550 mAh. Ich verwende das Tablet zumeist zum Lesen und Surfen und im Test bin ich ohne Probleme auf eine Display-An-Zeit von ca. 9 Stunden gekommen, was ein beeindruckender Wert ist. Auch die Standby-Zeit konnte beeindrucken und so konnte ich das Tablet mehrere Tage verwenden, ohne es aufladen zu müssen. Der Ladeadapter besitzt einen Output von 2A und lädt das Tablet so in ca. 3 Stunden vollständig auf. Bei diesem Preis muss man leider auf Schnellladefunktionen verzichten, was jedoch bei dieser Laufzeit verschmerzbar ist.

Dell Duo Tablet-PC-Etui

Zusätzlich hat uns Dell noch das dazu passende Case zur Verfügung gestellt, welches in verschiedenen Farben erhältlich ist. Die Hülle geht um den Displayrand herum und führt dazu, dass das Display vor Stürzen auf Ebene Flächen geschützt ist. Das Case macht einen sehr robusten Eindruck und besteht aus 2 Schichten, einer Außenhülle aus Hartgummi und einer Innenhülle aus einem flexiblen Gummi. Sonst besitzt das Etui den gleichen Look und die gleiche Haptik, wie die Rückseite des Tablets und ist zusätzlich für einen Preis von ca. 40 € erwerbbar.

Fazit

Das Dell Venue 7 sticht mit seiner UVP von nur 139 € stark aus der Masse heraus und besitzt zusammenfassend ein wirklich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit diesem Tablet zeigt Dell, dass auch Tablets im Niedrigpreissegment ein gutes Gesamtpaket aus Hardware und Software bereitstellen können. Auch günstige Hardware ist mittlerweile leistungsfähig genug, um alle alltäglichen Aufgaben zu erfüllen. Die pure Android Experience, ein angekündigtes Android Lollipop Update, die gute Verarbeitung, eine hohe Akkulaufzeit und eine ansprechende Performance können im Test überzeugen. Lediglich bei der Kamera und beim Lautsprecher müssen Abstriche gemacht werden, dies ist jedoch, unserer Meinung nach, bei einem so geringen Preis durchaus verkraftbar.

Dell Venue 7 8B Netbook rot

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0 0 134850 12 Oktober, 2014 Allgemein, Dell, Reviews Oktober 12, 2014

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Hi ich bin Marvin und ein technikbegeisterter Student, der seit dem Google G1 sich nicht mehr von dem Thema Smartphones und Tablets lösen kann.

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