MyWallet – Das Smartphone als mobile Geldbörse
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MyWallet – Das Smartphone als mobile Geldbörse

Kennt ihr es auch? Man steht an der Kasse, muss bezahlen und versucht in seinem Berg von Kleingeld die nötigen Cents heraus zu kramen, um so die Geldbörse mal wieder etwas leichter werden zu lassen und am Ende  gibt man es auf und gibt einen Schein, da es einfach zu lange dauert. Oder ein anderes Szenario: Man möchte mit seiner ec-Karte bezahlen und man steht ewig in der Kasse, bis das ganze Prozedere vorüber ist. Inklusive Unterschrift oder Geheimzahl eingeben, kann das schon mal eine Weile dauern.

Mittlerweile existieren bereits verschiedene NFC-fähige Kreditkarten mit denen das ganze um ein Vielfaches beschleunigt wird. Vor allem in Europa aber sind Kreditkarten nicht sehr verbreitet und selbst die Verbreitung von NFC-fähigen Kreditkarten nimmt nur sehr langsam zu. In anderen Ländern sind diese bereits zum Standard geworden und ermöglichen ein bargeldloses Leben, was ich als große Erleichterung empfunden habe.

Der Weg zum bargeldlosen Zahlen

Ich wollte diesen Luxus auch hier genießen und nicht immer mit unglaublich viel Kleingeld in der Tasche herumlaufen und so begann ich mit der Nutzung von MyWallet. Seit einigen Monaten bereits bieten verschiedene Hersteller und Unternehmen die ersten Services zum mobilen Zahlen per Smartphone an. Darunter befindet sich Vodafone mit Smartpass, aber auch die Deutsche Telekom mit ihrem MyWallet Service. Dieser Service erhält von der Telekom leider nur sehr wenig Aufmerksamkeit und ist bis dato nur eine Randerscheinung. Wer weiß wann dieser Service ein wenig mehr ins Rampenlicht auf dem deutschen Markt rückt.

Ich wurde vor einigen Monaten aufmerksam auf den Service und begann mich zu informieren, wie ich diesen Service nutzen konnte. Zunächst wird eine NFC-fähige SIM Karte benötigt, die bei neuen Verträgen bereits ausgehändigt wird. Diese hatte ich zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht, jedoch konnte ich sie kostenlos bestellen.

Als nächstes besteht leider noch das Problem, dass nur bestimmte Smartphones unterstützt werden. Ich besitze ein HTC One M7 und konnte mich glücklich schätzen, dass mein Smartphone dazu gehörte. Das bedeutet, dass ich keinen zusätzlichen NFC-Sticker auf meinem Smartphone unterbringen musste, um in den Genuss vom kontaktlosen Bezahlen zu kommen. Bei anderen Smartphones ist dies durchaus nötig, bevor das Bezahlen per Smartphone möglich wird. Leider ist die Zahl der unterstützten Smartphones noch zu gering, um dies einen massentauglichen Service werden zu lassen, jedoch nimmt die Zahl der unterstützen Smartphones ständig zu.

Neben diesen Voraussetzungen muss natürlich auch ein Account erstellt werden und in Verbindung mit diesem auch eine kostenlose MasterCard bestellt werden, die virtuell in der verfügbaren App gespeichert wird, aber für den Notfall auch physisch bereitgestellt wird. Nach knapp zwei Wochen hatte ich endlich alles beisammen und dachte ich konnte loslegen, jedoch wäre das ja auch zu einfach gewesen.

Nach einigen weiteren Telefonaten mit dem Kundenservice waren endlich alle Probleme beseitigt und ich konnte loslegen. Sehr angenehm war, dass die Telekom einen 15€ Bonus, nur für die Nutzung des komplett kostenfreien Services, bereitstellt. Geld kann sonst auf verschiedene Art und Weise auf die MasterCard übertragen werden. Entweder man überweist aktiv Geld auf das Konto oder aber man legitimiert sich bei einer Post-Filiale und verbindet im Zuge dessen seine Kreditkarte mit seinem Bankkonto. Auf diese Weise ist man nicht gezwungen zusätzlich Geld auf ein weiteres Konto zu transferieren, was sehr nützlich und praktikabel ist.

Sicherheit als grundlegender Bestandteil des Services

Die Telekom gibt an, dass der gesamte Service nach den höchsten Sicherheitsstandards von Finanzinstituten entwickelt und von MasterCard zertifiziert wurde. Sonst nutzt der Service den Funkstandard NFC (Near Field Communication) und die schon erwähnte NFC-fähige SIM Karte, auf der die Daten verschlüsselt liegen. Zusätzlich findet eine Transaktion erst bei geöffneter App und einer Entfernung von ca. 4cm vom Bezahlterminal statt. Ein Abbuchen von Geld im Vorbeigehen ist somit ausgeschlossen. Über die Sicherheit sollte man sich somit keine Gedanken machen müssen.  Zusätzlich ist die App mit einer selbst gewählten PIN geschützt und bei Zahlungen von über 25€ wird derzeit noch, als weitere Sicherheitsbarriere, nach einer PIN gefragt.

MyWallet im Alltag

In der Praxis geht das Bezahlen per Smartphone einfach von der Hand. Handy gezückt, Code in der App eingeben und an den Terminal halten. So einfach und schnell ging das Bezahlen an der Kasse noch nie und ich möchte es nicht mehr missen. Im Moment wird man noch komisch angeschaut, wen man an der Kasse sagt, dass man mit seinem Smartphone zahlen möchte. Wen das stört, der sollte lieber noch seine Finger von einem solchen Service lassen.

Leider ist dieser ganze Luxus noch nicht überall nutzbar. In vielen und vor allem kleinen Geschäften werden noch veraltete Terminals verwendet, die noch kein NFC unterstützen, wodurch man hier wieder auf seine ec-Karte oder Bargeld zurückgreifen muss. Mit der Zeit ändert sich dies jedoch und die Verbreitung dieser neuen Terminals nimmt zu und wird in Zukunft zusätzlich durch neue Bezahlservices wie Apple Pay vorangetrieben, welcher früher oder später sicherlich auch in Deutschland an den Start gehen wird.

Die MyWallet App ist insgesamt sehr übersichtlich gestaltet worden und ermöglicht als zusätzlichen Service bereits das Hinzufügen von Coupons, wodurch man Geld beim Kauf einzelner Produkte sparen kann. In Zukunft sind weitere Zusatzfeatures, wie das Hinzufügen von Tickets und Fahrscheinen oder das Speichern von Kundenkarten geplant, die die Geldbörse weiter erleichtern sollten.

Für jeden Benutzer geeignet?

Leider muss ich jedoch sagen, dass die Einrichtung von MyWallet einfach noch zu kompliziert und aufwendig ist. Es ist leider noch kein Plug&Play vorhanden. Das heißt es werden derzeit einfach noch zu viele Schritte benötigt, bis man dann auch wirklich loslegen kann. Zusätzlich werden noch zu wenige Smartphones unterstützt und die Lösung mit dem NFC Sticker, der auf nicht unterstützten Smartphones wie den iPhones angebracht werden muss, ist einfach nicht optimal, aber zumindest sicher. Wer es gerne einmal testen möchte und keine Angst vor ein paar Problemen und Wartezeiten beim Setup des Services hat, dem kann ich MyWallet nur empfehlen. Es ist ein wunderbarer und sehr einfacher Service, der mein Problem an der Kasse gelöst hat und von dem ich sehr begeistert bin. Ich möchte MyWallet nicht mehr missen und hoffe, dass die Zahl der Akzeptanzstellen in Zukunft rapide zunimmt.

Habt ihr schon Erfahrungen mit solchen Services gemacht? Welche habt ihr in Anspruch genommen? Schreibt uns in den Kommentaren über eure Erfahrungen.

Bildquelle: my-wallet.com

0 5 112100 26 Oktober, 2014 Allgemein, Android, Reviews, Software, Zubehör Oktober 26, 2014

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Hi ich bin Marvin und ein technikbegeisterter Student, der seit dem Google G1 sich nicht mehr von dem Thema Smartphones und Tablets lösen kann.

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2 Pingbacks/Trackbacks

  • Marvin, was ist denn für dich der Vorteil zu einer PayPass/PayWave-fähigen Kreditkarte? Die werden ja seit 1-2 Jahren automatisch ausgegeben.

  • Marvin Buß

    Ich denke der große Vorteil liegt darin,dass nun mehr Aktionen weiter auf das Smartphone verlagert werden und somit zusätzlicher „Ballast“ darauf übertragen wird, was eh jeder bei sich trägt. Zusätzlich sind Kreditkarten in Europa eher selten vorzufinden, weswegen dieser Service den Nutzern ermöglicht die Zwischenstufe der Kreditkarte mit NFC-Chip zu überspringen und so direkt in einen zukunftsweisenden Service überzugehen.

  • Marvin Buß

    Ich denke der große Vorteil liegt darin,dass nun mehr Aktionen weiter auf das Smartphone verlagert werden und somit zusätzlicher „Ballast“ darauf übertragen wird, was eh jeder bei sich trägt. Zusätzlich sind Kreditkarten in Europa eher selten vorzufinden, weswegen dieser Service den Nutzern ermöglicht die Zwischenstufe der Kreditkarte mit NFC-Chip zu überspringen und so direkt in einen zukunftsweisenden Service überzugehen.

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